FSJ von A-Z

Ein Wegweiser von A bis Z durch die Bestimmungen des Freiwilligen Sozialen Jahres Das FSJ in katholischer Trägerschaft ist ein Bildungsjahr für junge Menschen. Grundlage ist das Gesetz zur Förderung eines Jugendfreiwilligendienstes (JFDG) und weitere rechtliche Regelungen.

Inhaltliche und fachliche Basis für das FSJ in katholischer Trägerschaft ist das Qualitätskonzept der katholischen FSJ-Träger:

  • mit den zugehörigen Mindeststandards für Träger zur Begleitung inn- und außerhalb der Seminare, der Zusammenarbeit mit den Einsatzstellen, der politischen und religiösen Bildung und der Partizipation im FSJ
  • mit der pädagogischen Rahmenkonzeption
  • sowie mit den Qualitätsstandards für Einsatzstellen


A wie Altersgrenze

Teilnehmen am Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) können Jugendliche, die die Vollzeitschulpflicht erfüllt haben (je nach Bundesland mit 16 Jahren, manchmal auch schon mit 15 Jahren), aber noch nicht das 27. Lebensjahr vollendet haben. (§ 2 Absatz 1 Nr. 4 JFDG).

A wie Arbeitskleidung
Siehe unter K wie Kostenerstattung.

A wie Arbeitsmarktneutralität
Der Grundsatz der Arbeitsmarktneutralität besagt, dass jeder Missbrauch des freiwilligen Einsatzes der Teilnehmerinnen und Teilnehmer als Arbeitskräfte untersagt ist.

A wie Arbeitsschutz
Obwohl das Verhältnis zwischen den Freiwilligen und dem Träger bzw. der Einsatzstelle kein Arbeitsverhältnis ist, wird der freiwillige Dienst hinsichtlich der öffentlich-rechtlichen Schutzvorschriften vom Gesetzgeber einem Arbeitsverhältnis gleichgestellt. Entsprechend gelten die einschlägigen Arbeitsschutzbestimmungen wie z. B. das Arbeitsschutzgesetz, die Arbeitsstättenverordnung, das Jugendarbeitsschutzgesetz, das Mutterschutzgesetz und das Schwerbehindertengesetz.

A wie Ausland
Das FSJ kann auch im Ausland geleistet werden, wenn der Träger seinen Sitz im Inland hat (Beispiel: ein FSJ in einer Sozialstation in Polen). Für den freiwilligen Dienst im Ausland gelten hinsichtlich der Dauer (siehe unter D wie Dauer), der Seminare (siehe unter S wie Seminare) und der Zulassung der Träger (siehe unter T wie Träger) besondere Vorschriften.

A wie Ausweis
Freiwillige erhalten für die Zeit des FSJ einen Ausweis, mit dem sie zum Teil Vergünstigungen z. B. im öffentlichen Personennahverkehr erhalten können (siehe auch F wie Fahrtkosten).

B wie Bescheinigung
Der Träger stellt der Freiwilligen oder dem Freiwilligen nach Abschluss des Dienstes eine Bescheinigung aus. Die Bescheinigung muss die Angabe des Zulassungsbescheids des Trägers und den Zeitraum der Teilnahme am Freiwilligen Sozialen Jahr enthalten (§ 11 Absatz 3 JFDG, siehe auch Z wie Zeugnis).

B wie Bewerbung
Siehe unter T wie Teilnahme.

B wie Bewerbungsfristen
Die Bewerbungsfristen für die Teilnahme an einem Freiwilligen Sozialen Jahr sind nicht bei allen Trägern und/oder in allen Ländern gleich. Wir empfehlen deshalb, sich möglichst bald an die jeweiligen Anlaufstellen zu wenden (www.freiwilliges-jahr.de oder www.pro-fsj.de).

D wie Datenschutz
Personenbezogene Daten der Teilnehmenden dürfen vom Träger des FSJ nur erhoben und verarbeitet werden, soweit dies für die Förderung gemäß § 9 JFDG in Verbindung mit den dort genannten Vorschriften erforderlich ist. Die Daten sind nach Abwicklung des freiwilligen Dienstes zu löschen. Mit Einwilligung der Teilnehmerin oder des Teilnehmers können der Name und die Dienstzeit auch über diesen Zeitraum hinaus zum Beispiel zur Kontaktpflege oder zu wissenschaftlichen Zwecken gespeichert werden. (§ 12 i. V. m. § 9 JFDG)

D wie Dauer
Das FSJ im Inland wird in der Regel bis zur Dauer von zwölf zusammenhängenden Monaten, mindestens jedoch sechs und höchstens 18 Monaten geleistet. Im Rahmen des pädagogischen Gesamtkonzeptes kann der Träger den Freiwilligendienst in Blöcken mit mindestens 3-monatiger Dauer anbieten (§ 5 Absatz 1 JFDG).

Neu ist, dass mehrere verschiedene mindestens sechsmonatige Freiwilligendienste bis zu einer Höchstdauer von 18 Monaten kombiniert werden können. Das bedeutet, dass in diesem Rahmen Freiwilligendienste bei verschiedenen Trägern und in verschiedenen Einsatzfeldern geleistet werden können (§ 5 Absatz 3 JFDG). Auch Kombinationen von In- und Auslandsdiensten sind möglich (z. B. ein sechsmonatiges Inlands-FSJ und ein 12-monatiges Auslands-FÖJ, § 7 JFDG).

Das FSJ im Ausland kann für max. 18 zusammenhängende Monate geleistet werden. Der Auslandsfreiwilligendienst muss zusammenhängend geleistet werden, das Blockmodell gilt nicht. (§ 6 Absatz 2 Satz 1, Absatz 3 Satz 3, § 14 JFDG)

E wie Einsatzzeiten
Sie richten sich nach den Arbeitszeiten der jeweiligen Einsatzstelle. Bei Jugendlichen unter 18 Jahren gelten die Jugendarbeitsschutzbestimmungen (z. B. keine Nachtarbeit). Die Seminarzeit gilt als Arbeitszeit.

F wie Fahrtkosten
Im öffentlichen Personennahverkehr erhalten Teilnehmerinnen und Teilnehmer des FSJ in der Regel dieselben Ermäßigungen wie Schülerinnen und Schüler, Studierende und Auszubildende. Als Berechtigungsnachweis zum Erwerb von Zeitfahrausweisen gilt die Vorlage einer entsprechenden Bescheinigung des Trägers des FSJ.

K wie Kindergeld
Für Kindergeld und Kinderfreibeträge (Steuerrecht) sowie weitere kinderbezogene Leistungen ist die Ableistung eines FSJ gleichbedeutend mit Zeiten der Schul- und Berufsausbildung; sie werden bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres gewährt, es sei denn, das Gesamteinkommen eines Kindes über 18 Jahre übersteigt die Einkommensgrenze nach dem Bundeskindergeldgesetz.

K wie Kostenerstattung

Die Träger bzw. Einsatzstellen, bei denen die Jugendlichen ihr FSJ ableisten, dürfen nur Unterkunft, Verpflegung, Arbeitskleidung und ein angemessenes Taschengeld (siehe T wie Taschengeld) zur Verfügung stellen. Werden Unterkunft, Verpflegung und Arbeitskleidung nicht gestellt, können die Kosten in Form von Geldersatzleistungen erstattet werden. (§ 2 Absatz 1 Nr. 3 JFDG)

K wie Krankenversicherung

Während der Dauer des FSJ sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der gesetzlichen Krankenversicherung als eigenständige Mitglieder versichert (siehe auch S wie Sozialversicherung).

K wie Krankheitsfall

Krankenbezüge werden in der Regel bis zur Dauer von sechs Wochen fortgezahlt.

O wie Orte des praktischen Einsatzes
Das FSJ kann in gemeinwohlorientierten Einrichtungen, insbesondere in Einrichtungen der Wohlfahrtspflege, der Kinder- und Jugendhilfe, der Gesundheitspflege sowie in den Bereichen Kultur, Sport und Denkmalpflege geleistet werden. FSJ-Einsatzstellen sind zum Beispiel Krankenhäuser, Altersheime, Kinderheime, Kindertagesstätten und Schulen, Erholungsheime, Mehrgenerationenhäuser und Selbsthilfegruppen, Sportvereine, Bibliotheken, Museen oder Jugendbauhütten zur Pflege von Denkmälern.

P wie pädagogische Begleitung
Die pädagogische Begleitung umfasst die Seminararbeit (siehe unter S wie Seminar), die an Lernzielen orientierte fachliche Anleitung der Freiwilligen durch die Einsatzstelle, die individuelle Betreuung durch pädagogische Kräfte des Trägers und durch die Einsatzstelle.

Die pädagogische Begleitung hat vor allem das Ziel, die jungen Freiwilligen auf ihren Einsatz vorzubereiten und ihnen zu helfen, Eindrücke auszutauschen sowie Erfahrungen aufzuarbeiten. Darüber hinaus sollen durch die pädagogische Begleitung soziale und interkulturelle Kompetenzen und das Verantwortungsbewusstsein für das Gemeinwohl vermittelt werden. (§ 3 Absatz 2, § 4 Absatz 2, § 6 Absatz 2 Satz 4 JFDG)

P wie Praktikum

Für einige Ausbildungsgänge kann das FSJ als Praktikum anerkannt werden. Ob und in welchem Umfang eine Anerkennung möglich ist, richtet sich nach den jeweiligen Bestimmungen der Ausbildungsgänge.

S wie Seminar
Der Gesetzgeber schreibt für einen Jugendfreiwilligendienst im Inland ein Einführungs-, ein Zwischen- und ein Abschlussseminar mit einer Mindestdauer von je fünf Tagen vor. Insgesamt sind während eines 12-monatigen FSJ 25 Seminartage verpflichtend. Wird ein Dienst über den Zeitraum von zwölf Monaten hinaus vereinbart oder verlängert, erhöht sich die Zahl der Seminartage um mindestens einen Tag je Monat der Verlängerung. (§ 5 Absatz 2 JFDG)

Für einen zwölfmonatigen Dienst im Ausland sind Bildungsmaßnahmen von mindestens fünf Wochen gesetzlich vorgeschrieben.

S wie Sozialversicherungsbeiträge

Teilnehmerinnen und Teilnehmer am FSJ werden rechtlich annähernd so behandelt wie Beschäftigte oder Auszubildende, d. h., sie sind während ihres FSJ sozial abgesichert. Sie sind in der gesetzlichen Renten-, Unfall-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versichert.

Die Beiträge zur Sozial- und zur Unfallversicherung werden vom Träger oder der Einsatzstelle gezahlt. Obwohl die für die Versicherungspflicht in der Renten-, Pflege- und Krankenversicherung maßgebliche Geringfügigkeitsgrenze mit dem Taschengeld, das die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten, unterschritten werden kann, schreibt der Gesetzgeber eine Versicherungspflicht vor. Als Berechnungsgrundlage dient das Taschengeld plus Wert der Sachbezüge (Unterkunft, Verpflegung).

S wie Studium

Grundsätzlich gilt: Wer ein FSJ geleistet hat, darf bei der Bewerbung um einen Studienplatz nicht benachteiligt werden. Ein zu Beginn oder während des FSJ zugewiesener Studienplatz verschafft bei einer erneuten Bewerbung bei oder nach Ende des Dienstes den Vorrang vor allen übrigen Bewerberinnen und Bewerbern bei der Auswahl (für denselben Studiengang), denn bei der Auswahl nach Wartezeit zählt die FSJ-Zeit natürlich als Wartezeit. In einigen Fällen rechnen Universitäten und Hochschulen ihren Bewerberinnen und Bewerbern bei der Aufnahme entsprechender Studiengänge ihre Dienstzeit als Praktikum an. Näheres dazu ist beim Studentensekretariat der jeweiligen Hochschule zu erfragen.

T wie Taschengeld

Das Taschengeld, das die Freiwilligen für ihren Dienst erhalten können, soll „angemessen“ sein. Dabei ist im Gesetz lediglich die Höchstgrenze für ein Taschengeld festgelegt. Sie richtet sich nach der in der allgemeinen Rentenversicherung geltenden Beitragsbemessungsgrenze. Höchstgrenze sind 6% dieses Betrages. Das Taschengeld, das die Träger zahlen, darf diese Höchstgrenze nicht überschreiten und bleibt in der Regel darunter.

T wie Träger

Als Träger des Freiwilligen Sozialen Jahres im Inland sind gesetzlich zugelassen:

  • die in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege zusammengeschlossenen Verbände und ihre Untergliederungen,
  • Religionsgemeinschaften mit dem Status einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft,
  • die Gebietskörperschaften sowie nach näherer Bestimmung der Länder sonstige Körperschaften des öffentlichen Rechts.

Für alle anderen Träger erteilen die zuständigen Landesbehörden die Zulassung.

U wie Unfallversicherung
Siehe unter S wie Sozialversicherungsbeiträge.

U wie Unterkunft
Siehe unter K wie Kostenerstattung.

U wie Urlaub
Der gesetzliche Urlaubsanspruch im Kalenderjahr beträgt mindestens 24 Tage für Dienstleistende nach § 14c ZDG 26 Tage. Der vertraglich vereinbarte Urlaubsanspruch kann jedoch vom gesetzlichen Urlaubsanspruch abweichen (siehe V wie Vereinbarung). Dauert das FSJ weniger als zwölf Monate, wird der Urlaubsanspruch pro Monat um 1/12 des Jahresurlaubs reduziert;, dauert es länger als 12 Monate wird er pro Monat um 1/12 des Jahresurlaubs verlängert. Im Übrigen gelten für Jugendliche unter 18 Jahren längere Urlaubsansprüche nach den Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes.

V wie Verpflegung

Siehe unter K wie Kostenerstattung.

V wie Vereinbarung

Der Träger des FSJ und die Freiwillige oder der Feiwillige schließen vor Beginn eine schriftliche Vereinbarung ab (§ 11 Absatz 1 JFGD). Diese Vereinbarung wird in der Regel als gemeinsame Vereinbarung zwischen Träger des FSJ, Einsatzstelle und dem/der Freiwilligen geschlossen, in der die Einsatzstelle die Geld- und Sachleistungen für Unterkunft, Verpflegung, Arbeitskleidung und Taschengeld auf eigene Rechnung übernimmt (§ 11 Absatz 2 JFDG). Sie muss enthalten:

  • Vor- und Familienname, Geburtsdatum und Anschrift der Freiwilligen oder des Freiwilligen
  • die Bezeichnung des Trägers des freiwilligen Dienstes und der Einsatzstelle
  • die Angabe des Zeitraumes, für den die Freiwillige oder der Freiwillige sich zum freiwilligen Dienst verpflichtet hat sowie Regelungen zur vorzeitigen Beendigung des Dienstes
  • die Erklärung, dass die Bestimmungen dieses Gesetzes während der Durchführung des freiwilligen Dienstes beachtet werden
  • Angabe des Zulassungsbescheids des Trägers oder der gesetzlichen Zulassung
  • Angaben zur Art und Höhe der Geld- und Sachleistungen für Unterkunft, Verpflegung, Arbeitskleidung und Taschengeld
  • die Angabe der Anzahl der Urlaubstage
  • die Ziele des Dienstes sowie die wesentlichen der Zielerreichung dienenden Maßnahmen.

Darüber hinaus sollten in der Freiwilligendienstvereinbarung geregelt sein:

  • tägliche Arbeitszeit
  • Einsatzstelle
  • Teilnahmepflicht und Freistellung hinsichtlich der begleitenden Maßnahmen
  • Ausstellung von Bescheinigungen und Erteilung eines Zeugnisses
  • Verschwiegenheitspflicht der Freiwilligen oder des Freiwilligen

W wie Waisenrente
Die Waisenrente (Halb- und Vollwaisenrente) wird für die Dauer der Teilnahme am FSJ weitergezahlt. (§ 9 JFDG)

Z wie Zeugnis

Bei Beendigung des freiwilligen Dienstes kann die oder der Freiwillige von dem Träger ein schriftliches Zeugnis über Art und Dauer des freiwilligen Dienstes fordern. Das Zeugnis ist auf Verlangen auf die Leistungen und die Führung während der Dienstzeit zu erstrecken. In das Zeugnis sind berufsqualifizierende Merkmale des Jugendfreiwilligendienstes aufzunehmen. (§ 11 Absatz 4 JFDG, siehe auch B wie Bescheinigung)